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12/02/2021

„DAS AUTOMOBILDESIGN BRAUCHT EINE REVOLUTION DER IDEEN“

Die Welt des Automobils ist im Wandel – genauso wie Lebensweise und Werte der Menschen. Wie soll das Fahrzeugdesign auf diese Veränderungen reagieren? Simon Humphries leitet als Chef des Toyota und Lexus Global Designs die Design-Aktivitäten beider Marken. Seit 2020 ist er außerdem Jurymitglied beim Lexus Design Award, einem jährlichen internationalen Design-Wettbewerb. Vor dem Hintergrund einer Welt, die durch die Covid-19-Pandemie in Turbulenzen geraten ist, spricht er über die Rolle von Designern und seine persönliche Designphilosophie.

„DESIGN MUSS DIE GEFÜHLE DES BENUTZERS BERÜCKSICHTIGEN.“

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Simon Humphries ist seit 1994 für das Unternehmen tätig und hat seitdem an einer Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeugdesigns mitgewirkt. Heute leitet der gebürtige Brite seine Teams mit Kreativität und der Fähigkeit, Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

„Bevor ich in das Unternehmen eintrat, hatte ich in Großbritannien Industriedesign studiert“, erinnert sich Humphries. „Ich hatte also gar keine Erfahrung mit Automobildesign, brachte aber Erfahrungen aus anderen Feldern mit. Diese Art von Flexibilität brauchen wir auch für unseren Wandel hin zu einem ‚Mobilitätsunternehmen‘.“

Seine Designphilosophie beschreibt er folgendermaßen: „Das Wichtigste ist, dass Design die Gefühle des Benutzers berücksichtigt. Und man muss in der Lage sein, den Entwurf mit Hilfe einer Geschichte zu erläutern. Deshalb ist es ganz wichtig, dass Designer kommunizieren können. Ich versuche immer zu erklären, was unsere Kunden brauchen und wie mein Entwurf diese Bedürfnisse widerspiegelt. Wenn man ein Design fünf verschiedenen Leuten zeigt, wird sich jeder auf unterschiedliche Aspekte konzentrieren. Um die Ziele des Designs zu vermitteln, müssen wir also kommunizieren. In dem Designstudio, in dem ich früher gearbeitet habe, war ich ausschließlich dafür verantwortlich, Projekte zu erläutern und den Auftraggeber zu überzeugen, und diese Erfahrung prägt meine Arbeit bis heute.“

WIE WIRD SICH DAS AUTOMOBILDESIGN WEITERENTWICKELN?

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Die Entwürfe, die Humphries produziert, sind nicht nur Illustrationen; sie enthalten Worte und Konzepte. „Wie werden die Autos der Zukunft aussehen? Die Antwort liegt darin, wie wir auf den Wunsch der Menschen reagieren, sich frei zu bewegen. Anders als Tiere, die sich bewegen, weil sie Nahrung oder Schutz suchen, können die Menschen ihren Interessen und ihrer Neugier frei folgen“, sagt er.

„Manche befürchten, dass Automobildesign durch das autonome Fahren vereinheitlicht wird. Ich glaube, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Niemand braucht sein Auto immer für die gleichen Dinge. Man fährt damit zum Beispiel allein zur Arbeit, ein anderes Mal zum Einkaufen oder unternimmt mit der Familie einen Ausflug. Es ist also besser, wenn das Fahrzeug auf individuelle Anforderungen reagieren kann.“

„Man kann Autos heute nicht mehr mit der gleichen Einstellung entwerfen wie früher. Wir brauchen eine Revolution der Ideen. Früher gab es im Automobildesign klare Trends, doch diese Zeiten sind vorbei. Die Kunden sind unglaublich vielfältig geworden, die Märkte verändern sich rasant. Für uns ist entscheidend, wie schnell wir Kundenbedürfnisse in unsere Produkte einbinden können.“

„BEIM LEXUS DESIGN AWARD HABEN ALLE TEILNEHMER DIE GLEICHEN CHANCEN.“

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Seit dem vergangenen Jahr ist Humphries Mitglied der Jury beim Lexus Design Award, einem internationalen Designwettbewerb, den Lexus seit 2013 veranstaltet. Mit dem Wettbewerb sollen Nachwuchsdesigner entdeckt und gefördert werden, die „Designs für eine bessere Zukunft“ entwickeln.

„Die Stärke des Lexus Design Award ist es, dass alle Teilnehmer die gleichen Chancen haben, egal ob sie Profis oder Studenten sind und unabhängig davon, wo sie leben. Professionelle Designer probieren immer wieder neue Dinge aus, um Beachtung zu finden. Als öffentlicher Wettbewerb eröffnet der Lexus Design Award den Gewinnern dafür eine riesige Chance.“

Aus den Einreichungen aus aller Welt werden sechs Finalisten ausgewählt, die mit der Unterstützung bekannter Mentoren innerhalb von sechs Monaten ihre Ideen weiterentwickeln können. Die Bekanntgabe der Grand Prix Gewinner erfolgt traditionell auf der Milan Design Week im April. Da die Veranstaltung im vergangenen Jahr ausfallen musste, wurden die Ergebnisse und die Arbeiten der sechs Finalisten bei einem Online-Event vorgestellt.

„Für die Finalisten war das sicher eine schwierige Erfahrung“, sagt Humphries. „Doch eine Krise kann auch ein Anreiz für neue kreative Lösungen sein.“ Er verweist dazu auf die Erfahrungen von Großeltern in der Pandemie: „Während eines Lockdowns können Großeltern über lange Zeiträume ihre Liebsten nicht persönlich treffen. Es wäre doch eine Idee, zum Beispiel eine App mit haptischem Feedback zu entwickeln, sodass es sich so anfühlt, als ob man tatsächlich die Wange dieses Menschen berührt, wenn man das Bild auf dem Tablet berührt. Designer brauchen jetzt solche neuen Ideen, um die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Das gilt auch für Autos: Wir dürfen uns nicht zu sehr auf die Autos der Vergangenheit konzentrieren. Es beginnt eine neue Zeit, in der wir bekannte Annahmen – zum Beispiel, dass ein Auto nur ein Transportmittel ist – hinter uns lassen und in eine innovativere Zukunft aufbrechen sollten.“

Die Automobilindustrie muss ihren Blickwinkel erweitern. Humphries glaubt weiter an die Kraft des Designs – und seine Überzeugung inspiriert andere, das gleiche zu tun.